Weiden/Amberg, 1. Januar 2026 – Zum Jahreswechsel 2025/2026 war die Integrierte Leitstelle (ILS) Oberpfalz-Nord erneut stark gefordert. Im gesamten Zuständigkeitsbereich – den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth sowie den kreisfreien Städten Amberg und Weiden – gingen zahlreiche Notrufe ein. Insgesamt disponierten die Betriebsstätten Weiden und Amberg in der Silvesternacht und der Neujahrsnacht 365 Einsätze für Rettungsdienst und Feuerwehr. Damit bewegte sich die Einsatzlage insgesamt auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau.
Den größten Anteil machte erneut der Rettungsdienst aus, der mit 308 Einsätzen stark gefordert war. Hinzu kamen 46 Brandeinsätze sowie 11 Einsätze der Feuerwehr zur technischen Hilfeleistung. Auffällig war insbesondere im Bereich der Betriebsstätte Weiden eine Zunahme der Brandeinsätze gegenüber dem Vorjahr.
Der erste Notruf nach Mitternacht ging um 00:05 Uhr zu einem neurologischen Notfall in Wiesau ein. Kurz darauf folgte bereits der erste typische Silvestereinsatz: In Weiden geriet ein Balkon in Brand, der noch vor Eintreffen der Feuerwehr durch Anwohner mit einem Feuerlöscher gelöscht werden konnte. Die Feuerwehr wurde zur Kontrolle und Brandnachschau alarmiert.
Im weiteren Verlauf der Nacht kam es vor allem im Bereich Weiden zu zahlreichen, teils umfangreichen Brandeinsätzen. Gegen 03:15 Uhr gerieten eine Garage und eine Pergola in Brand, die Flammen griffen dabei auf ein angrenzendes Wohnhaus über. Verletzt wurde niemand, das Technische Hilfswerk unterstützte mit Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern. In Moosbach entzündete sich eine Papiertonne in einem Holzschuppen, das Feuer griff auf den Dachstuhl über. Weitere Einsätze betrafen Garagen- und Carportbrände, unter anderem in Neusorg, wo zeitweise die Gefahr eines Übergreifens auf ein Wohnhaus bestand. Hinzu kamen zahlreiche Brände von Mülltonnen und Abfalleimern sowie Gartenhütten und Holzunterständen in mehreren Gemeinden des Leitstellenbereichs.
Parallel dazu war der Rettungsdienst durch eine Vielzahl medizinischer Notfälle gefordert. Das Einsatzspektrum reichte von Stürzen und Kopfplatzwunden bis hin zu schweren Erkrankungen. Mehrfach mussten alkoholintoxikierte Personen versorgt werden, darunter auch Jugendliche, teils in bewusstlosem Zustand. Zudem wurden unter anderem eine Tablettenintoxikation, eine Schlägerei sowie Verletzungen durch Feuerwerkskörper registriert. Verkehrsunfälle beschäftigten die Einsatzkräfte ebenfalls, darunter ein Unfall bei Poppenreuth mit drei Verletzten. Ein eher ungewöhnlicher, aber nicht untypischer Silvestereinsatz ereignete sich in Neustadt an der Waldnaab, wo ein stark alkoholisierter Mann aus einem Kreisverkehr geholt werden musste.
Besonders herausfordernd waren mehrere Reanimationen, bei denen die ILS Oberpfalz-Nord intensiv gefordert war. Darunter befand sich auch die Reanimation eines Neugeborenen sowie eine erfolgreiche Telefonreanimation, bei der durch gezielte Anleitung des Disponenten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden konnten.
Auch im Bereich der Betriebsstätte Amberg war die Silvesternacht von zahlreichen Einsätzen geprägt. Der erste Notruf ging hier bereits um 00:03 Uhr ein, nachdem sich eine Frau durch eine fehlgeleitete Rakete schwer am Finger verletzt hatte. Mehrere Brandeinsätze, unter anderem ein Zimmerbrand in Poppenricht sowie ein Balkonbrand in Teublitz, ausgelöst durch einen Feuerwerkskörper, folgten. Darüber hinaus rückten die Feuerwehren zu brennenden Hecken im Stadtgebiet Amberg sowie in umliegenden Städten wie Sulzbach-Rosenberg und Theuern aus. Weitere Einsätze betrafen brennende Mülltonnen, Papiercontainer und Abfalleimer.
Unterm Strich zieht die ILS Oberpfalz-Nord eine Bilanz mit konstant hoher Einsatzbelastung, vielen parallel eingehenden Notrufen und hohem Koordinationsaufwand. „Trotz des hohen Tempos, mehrerer gleichzeitiger Einsatzlagen und teils emotionaler Notrufe behielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle jederzeit den Überblick und disponierten die erforderlichen Einsatzkräfte schnell, ruhig und professionell.“ fasst die Leitung der ILS Oberpfalz-Nord den ereignisreichsten Tag des Jahres zusammen.

